Struktur eines Zahnimplantats
Ein Zahnimplantat ist im Wesentlichen so konzipiert, dass es die Struktur eines natürlichen Zahns nachahmt, und besteht aus drei Hauptkomponenten:
Implantatkörper (Fixture oder Pfosten):
Eine kleine Schraube, meist aus Titan oder einer Titanlegierung, wird chirurgisch in den Kieferknochen eingesetzt. Dieser Teil übernimmt die Funktion der Wurzel des verlorenen natürlichen Zahns. Er besitzt in der Regel Rillen oder eine raue Oberfläche, damit er sich besser mit dem Knochen verbinden kann, und verwächst mit der Zeit mit dem Knochen (Osseointegration), wodurch eine stabile Grundlage entsteht. Einige Implantate haben ein hohles Schraubendesign, damit weitere Teile daran befestigt werden können.
Abutment:
Sobald das Implantat vollständig mit dem Knochen verwachsen ist, wird ein kleines Verbindungselement eingesetzt, das den künstlichen Zahn mit der Schraube verbindet. Es bleibt oberhalb des Zahnfleischrandes sichtbar und bildet eine stabile Basis für die Krone, die darauf befestigt wird. Abutments können vorgefertigt (standardisiert) oder individuell aus Gold oder Keramik hergestellt sein.
Krone (Restauration):
Dies ist der sichtbare Teil des Implantats, der sich im oberen Bereich befindet. Dieses Teil wird aus ästhetischen Materialien wie Porzellan oder Zirkon hergestellt, um Form, Farbe und Größe eines natürlichen Zahns nachzuahmen. Wenn nur ein Zahn fehlt, wird eine Einzelkrone eingesetzt. Implantate können bei mehreren fehlenden Zähnen auch Brücken oder herausnehmbare Prothesen tragen.
Wie funktionieren Zahnimplantate?
Ein Zahnimplantat ist eine künstliche „Zahnwurzel“, die eine fehlende natürliche Zahnwurzel ersetzt und in der Regel aus Titan oder einer Titanlegierung besteht. Diese Titanschrauben werden chirurgisch in den Kieferknochen eingesetzt und bestehen aus biokompatiblen Materialien, die vom Körper gut vertragen werden. Das Funktionsprinzip von Implantaten basiert auf der Osseointegration, also dem Prozess, bei dem Titan eine direkte und feste Verbindung mit dem umgebenden Knochengewebe eingeht. Mit der Zeit lagern sich Knochenzellen an der Oberfläche des Implantats an, sodass es Teil des Knochens wird und eine stabile, feste Grundlage für den später eingesetzten künstlichen Zahn schafft.
Implantate stimulieren den Kieferknochen, indem sie die funktionellen Kräfte, die beim Kauen, Lächeln und Sprechen entstehen, direkt auf ihn übertragen. Dadurch wird der Knochenabbau, der normalerweise nach Zahnverlust auftritt, verlangsamt und die Gesichtsstruktur bleibt erhalten. Der Behandlungsprozess besteht im Allgemeinen aus dem Einsetzen des Implantats, einer Heilungsphase von mehreren Monaten (meist 2–6 oder bis zu 9 Monate), damit es mit dem Knochen verwachsen kann, und anschließend dem Einsetzen der endgültigen Krone.
Implantattypen
Zahnimplantate werden nach dem verwendeten Material, der Methode des Einsetzens und der Art der Prothese, die darauf befestigt wird, klassifiziert. Häufig verwendete Implantattypen und Varianten sind folgende:
Implantate nach Materialien
Titan und Titanlegierungen:
Dies ist das am häufigsten verwendete Material. Reines Titan oder Titanlegierungen werden bevorzugt, weil sie biologisch kompatibel sind und eine starke Verbindung (Osseointegration) mit dem Knochen eingehen.
Zirkon (Keramik-)Implantate:
Zirkonoxid-Implantate in elfenbeinfarbener Optik stehen Patienten zur Verfügung, die eine metallfreie Alternative suchen. Sie bieten ästhetische Vorteile, insbesondere wenn das Zahnfleischgewebe dünn ist.
Roxolid:
Dieses spezielle Material, das aus einer Titan-Zirkon-Legierung besteht, ist stärker als reines Titan und besitzt hervorragende Osseointegrationseigenschaften.
Implantate nach Art der Versorgung und Abstützung
Einzelzahnimplantate:
Sie werden verwendet, um einen einzelnen fehlenden Zahn mitsamt seiner Wurzel zu ersetzen, und darauf wird eine Krone gesetzt.
Brückengestützte Implantate:
Wenn mehrere Zähne fehlen, werden zwei oder mehr Implantate verwendet, um eine Brücke zu tragen.
Implantatgetragene herausnehmbare Prothesen (Overdentures):
Bei vollständig zahnlosen Kiefern handelt es sich um "Snap-on"-Systeme, die dafür sorgen, dass die Prothese im Mund stabiler sitzt und vom Patienten herausgenommen werden kann.
Festsitzende Vollbogenbrücken:
Wenn alle Zähne fehlen, handelt es sich um Prothesen, die auf vier oder mehr Implantaten befestigt werden und nur vom Zahnarzt entfernt werden können.
Design- und Größenunterschiede
Implantate mit breitem Durchmesser:
Sie werden in der Regel im Bereich der Backenzähne eingesetzt, wo die Kaukraft besonders hoch ist.
Kurze Implantate:
Sie werden verwendet, wenn die Knochenmenge nicht ausreicht und zusätzliche Eingriffe wie ein Sinuslift nicht bevorzugt werden.
Angulierte Implantate:
Diese Implantate werden schräg eingesetzt, wenn der Knochen in einem bestimmten Bereich geeignet ist, um anatomische Strukturen wie die Kieferhöhlenschleimhaut zu umgehen.
Methoden nach chirurgischem und Belastungszeitpunkt
Einzeitig:
Beim Einsetzen des Implantats wird eine Heilungskappe aufgesetzt, und dieser Teil bleibt über dem Zahnfleisch sichtbar; ein zweiter chirurgischer Eingriff ist nicht erforderlich.
Zweizeitig:
Nachdem das Implantat eingesetzt wurde, wird das Zahnfleisch mit Nähten verschlossen. Nach der Heilungsphase ist ein kleiner zweiter Eingriff erforderlich, um das Implantat freizulegen.
Sofortimplantat:
Dies ist ein Implantat, das noch im selben Termin in das Zahnfach eingesetzt wird, aus dem der Zahn entfernt wurde.
Sofortbelastung:
Hierbei wird am selben Tag, an dem das Implantat eingesetzt wird, oder sehr kurz danach ein provisorischer oder permanenter Zahn auf dem Implantat befestigt.
Übergangsimplantate:
Diese kleinen Implantate dienen dazu, provisorische Prothesen zu stützen, während die endgültigen Implantate einheilen.
Halten Zahnimplantate für immer?
Zahnimplantate sind als langlebige, nahezu dauerhafte Lösung zum Ersatz fehlender Zähne gedacht. Implantate, die in ausreichend Knochen eingesetzt und sorgfältig gepflegt werden, können in der Regel jahrzehntelang oder sogar ein Leben lang halten, aber es ist nicht möglich, zu garantieren, dass sie „für immer“ bleiben. Klinische Studien haben erfolgreiche Fälle dokumentiert, in denen Implantate ihre Funktion über mehr als 50 Jahre erhalten haben.
Die folgenden Faktoren entscheiden hauptsächlich darüber, wie lange ein Zahnimplantat hält:
- Mundhygiene und Pflege: Der wichtigste Faktor für die Lebensdauer eines Implantats ist, wie gut der Patient seine Zähne pflegt und wie regelmäßig er zum Zahnarzt geht.
- Biologische Integration: Das Implantat funktioniert dann, wenn der Titanpfosten mit dem umgebenden Knochen verwächst und eine stabile Basis bildet.
- Restauration und Implantat: Es ist wichtig, den Unterschied zwischen der Titanschraube des Implantats (künstliche Wurzel), die ein Leben lang halten kann, und der dazugehörigen prothetischen Krone oder Brücke zu kennen. Der Kronenteil unterliegt normalem Verschleiß und muss in der Regel alle 10 bis 15 Jahre ersetzt werden.
- Risikofaktoren: Rauchen, schlechte Mundhygiene und unkontrollierter Diabetes sind systemische Faktoren, die Infektionen oder Knochenverlust rund um das Implantat verursachen und mit der Zeit zu seinem Versagen beitragen können.
Was ist bei Zahnimplantaten zu erwarten?
Eine Zahnimplantat-Behandlung ist ein längerer Prozess, der – je nach Gesundheitszustand und Knochenqualität – zwischen drei und neun Monaten dauern kann. Zu wissen, was in jeder Phase geschieht, kann Ihnen helfen, sich auf den Ablauf vorzubereiten – von der ersten Untersuchung bis zum endgültigen Einsetzen des Zahnersatzes.
Behandlungsplanung und Untersuchung
Der erste Schritt ist ein ausführliches Gespräch, um festzustellen, ob Sie ein geeigneter Kandidat sind.
- Diagnostische Mittel: Ihr Zahnarzt wird Röntgenaufnahmen und 3D-Scans (DVT- oder Cone-Beam-CT-Aufnahmen) verwenden, um Größe und Dichte Ihres Kieferknochens sowie die Lage benachbarter Strukturen wie Nerven und Kieferhöhlen zu prüfen.
- Medizinische Vorgeschichte: Sie müssen viele Fragen zu Ihrem Gesundheitszustand beantworten. Die meisten Erwachsenen sind geeignete Kandidaten, während Menschen mit unkontrolliertem Diabetes oder starkem Rauchverhalten ungünstigere Voraussetzungen haben können.
- Stabilisierung: Bevor die Implantat-Operation beginnen kann, müssen bestehende Zahnfleischerkrankungen oder Karies behandelt werden, damit der Bereich gesund ist.
Die Operation
Das Einsetzen eines Implantats ist in der Regel ein kleiner chirurgischer Eingriff, der in einer Zahnarztpraxis oder Klinik durchgeführt wird.
- Anästhesie: Meist wird der Eingriff unter lokaler Betäubung durchgeführt. Das bedeutet, dass Sie wach sind, der Bereich aber vollständig betäubt ist. Wenn Sie nervös sind, kann zusätzlich eine Sedierung möglich sein.
- Dauer: Das Einsetzen eines einzelnen Implantats dauert in der Regel weniger als eine Stunde, bei mehreren Implantaten kann es 2 bis 3 Stunden dauern.
- Ablauf: Der Chirurg öffnet das Zahnfleisch mit einem kleinen Schnitt, um den Knochen freizulegen, bohrt eine präzise Öffnung und schraubt dann den Titanpfosten sorgfältig ein.
Heilung und Einheilung in den Knochen
Dies ist der wichtigste Schritt, bei dem das Titanimplantat durch einen Prozess namens Osseointegration mit Ihrem Kieferknochen verwächst.
- Zeitrahmen: Das Implantat braucht in der Regel 2 bis 6 Monate, um vollständig im Kieferknochen einzuheilen.
- Essen und Schlafen: In den ersten Tagen sollten Sie nur weiche oder flüssige Nahrung zu sich nehmen und sich ausreichend ausruhen.
- Provisorische Zähne: Ihr Zahnarzt versorgt Sie in der Regel mit provisorischen Brücken, Prothesen oder Kronen, damit Aussehen und Funktion erhalten bleiben, während Sie auf den endgültigen Zahnersatz warten.
Die Phase der Restauration
Der endgültige Zahnersatz wird befestigt, sobald das Implantat vollständig eingeheilt ist.
- Einsetzen des Abutments: Ein kleines Verbindungsstück, das sogenannte Abutment, wird auf dem Implantatpfosten befestigt und dient als Basis für den neuen Zahn. Wenn das Implantat während der Heilung vom Zahnfleisch bedeckt war, kann ein kleiner Nachfolgeeingriff nötig sein, um es freizulegen.
- Abdrücke: Es werden Abdrücke genommen, um eine Porzellan- oder Keramikkrone herzustellen, die in Farbe, Form und Größe zu Ihren natürlichen Zähnen passt.
- Eingliederung: Die endgültige Krone wird entweder verschraubt oder zementiert auf dem Abutment befestigt und damit die Versorgung abgeschlossen.
Was ist nach der Operation zu erwarten?
- Schmerzen: Die meisten Menschen berichten, dass die Schmerzen gut erträglich sind und sich ähnlich wie nach einer Zahnentfernung anfühlen. In vielen Fällen reichen freiverkäufliche Schmerzmittel wie Ibuprofen aus.
- Schwellung und Blutergüsse: Eine gewisse Schwellung oder Blutergüsse sind normal und erreichen in der Regel 24 bis 48 Stunden nach dem Eingriff ihren Höhepunkt, bevor sie wieder abklingen.
- Rückkehr zur Arbeit: Die meisten Menschen können nach dem Einsetzen eines einzelnen Implantats innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder arbeiten und ihren normalen Alltag aufnehmen.
Pflege und langfristiger Erfolg
- Erfolgsraten: Zahnimplantate haben sehr hohe Erfolgsraten; Berichte sprechen von über 95 % Erfolg.
- Haltbarkeit: Die prothetische Krone muss wegen Verschleiß möglicherweise alle 10 bis 15 Jahre ersetzt werden, während das Titanimplantat bei guter Pflege ein Leben lang halten kann.
- Pflege: Implantate müssen genauso gepflegt werden wie natürliche Zähne: tägliches Putzen und Reinigen der Zahnzwischenräume sowie professionelle Kontrolluntersuchungen mindestens zweimal pro Jahr.
Wie lange halten Zahnimplantate?
Zahnimplantate sind als langfristige Lösung gedacht, und bei richtiger Pflege können sie ein Leben lang halten. Der Titanpfosten verwächst mit dem Kieferknochen und ist sehr stabil, sodass er viele Jahre hält. Die sichtbare Krone auf dem Implantat muss jedoch in der Regel nach 15 bis 25 Jahren ersetzt werden, da sie sich mit der Zeit abnutzt. Die Mundhygiene des Patienten, regelmäßige Kontrolluntersuchungen und der allgemeine Gesundheitszustand haben großen Einfluss darauf, wie lange die gesamte Versorgung hält. Zahnfleischerkrankungen oder Zähneknirschen können die Lebensdauer deutlich verkürzen.
Wie lange halten Mini-Implantate?
Die Lebensdauer von Mini-Zahnimplantaten hängt vom jeweiligen Kieferbereich (Ober- oder Unterkiefer), vom Verwendungszweck des Implantats und von der Mundhygiene ab. Dennoch hat die wissenschaftliche Forschung langfristig erfolgreiche Ergebnisse nachgewiesen.
Wissenschaftliche Studien liefern wichtige Informationen zur Haltbarkeit von Mini-Implantaten:
- 15-Jahres-Erfolgsrate: Für Mini-Implantate mit einem Durchmesser von 2,4 bis 3 mm wurde eine Gesamtüberlebensrate von 86,3 % berichtet.
- 10-Jahres-Erfolgsrate: Einteilige Mini-Implantate mit einem Durchmesser von 1,8 mm weisen eine Überlebensrate von 100 % auf.
- 12-Jahres-Gesamtüberleben: Eine umfassende Studie mit 5.640 Implantaten zeigte eine Gesamtüberlebensrate von 92,1 %.
- 7-Jahres-Ergebnisse im Oberkiefer: 71 % der Mini-Implantate, die im Oberkiefer bei Patienten mit unzureichendem Knochenvolumen eingesetzt wurden, waren erfolgreich, und die übrigen Implantate wiesen gesundes umliegendes Gewebe auf.
Wie lange halten All-on-4- und All-on-6-Zahnimplantate?
Auf der Grundlage umfangreicher langfristiger klinischer Forschung sind sowohl All-on-4- als auch All-on-6-Zahnimplantate sehr erfolgreiche und vorhersehbare Lösungen für die Rehabilitation eines gesamten Zahnbogens. Bei richtiger Planung und Pflege können Patienten damit rechnen, dass diese implantatgetragenen Versorgungen 15 bis 20 Jahre oder länger halten.
Wie lange hält ein vollständiger Zahnersatz auf Implantaten?
Ein vollständiger Zahnersatz auf Implantaten ist eine langlebige und sehr stabile Investition in Ihre Mundgesundheit. Die Titanpfosten, die in den Kieferknochen eingesetzt werden, sind – ähnlich wie bei einem Einzelimplantat – als dauerhafte Lösung gedacht und können ein Leben lang halten. Die prothetischen Zähne, die sie tragen, wie eine festsitzende Brücke oder eine Overdenture, können sich jedoch mit der Zeit abnutzen und müssen in der Regel nach 10 bis 15 Jahren ersetzt oder repariert werden. Letztlich gelten für eine Vollversorgung dieselben Faktoren wie für Einzelimplantate: gute Mundhygiene, regelmäßige professionelle Kontrollen und das Vermeiden von Gewohnheiten wie Rauchen oder Zähneknirschen, die Knochen und Versorgung schädigen können.
Welche Faktoren beeinflussen die Lebensdauer von Zahnimplantaten?
Die Qualität der Mundhygiene und die Bereitschaft, regelmäßige professionelle Nachsorge wahrzunehmen, sind die wichtigsten Faktoren für die Lebensdauer von Zahnimplantaten. Der Titanpfosten ist als dauerhafte Lösung gedacht und kann ein Leben lang halten. Die sichtbare prothetische Versorgung (Krone, Brücke oder Prothese) muss jedoch wegen Verschleiß meist alle 10 bis 12 Jahre erneuert werden.
Diese Faktoren sind besonders wichtig, wenn es darum geht, wie lange ein Implantat hält:
- Mundpflege: Implantate müssen täglich geputzt und gereinigt werden, damit sich kein Plaque und Zahnstein ansammeln. Andernfalls können Zahnfleischentzündungen wie Periimplantat-Mukositis oder Knochenabbau in Form einer Periimplantitis entstehen. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen im Abstand von 4 bis 12 Monaten sind wichtig, um Knochenstand und Gewebegesundheit zu überwachen.
- Rauchen und Alkohol: Rauchen erhöht das Risiko eines Implantatversagens deutlich; es wird berichtet, dass die Ausfallrate etwa 20 % höher ist als bei Nichtrauchern. Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können die Heilung verlangsamen und langfristig Entzündungen sowie Knochenabbau rund um das Implantat fördern.
- Knochenmenge und Knochenqualität: Damit ein Implantat erfolgreich ist, braucht es genügend Knochenvolumen und -dichte als stabile Basis. Wenn nicht genug Knochen vorhanden ist, können Eingriffe wie Knochenaufbau erforderlich sein, um die Langlebigkeit des Implantats zu sichern.
- Mechanische Belastungen: Gewohnheiten wie Zähneknirschen (Bruxismus) oder Pressen können das Implantat übermäßig belasten und dazu führen, dass das Implantat oder die keramische Versorgung beschädigt wird. Um diese Risiken zu verringern, kann der Zahnarzt eine nächtliche Aufbissschiene empfehlen.
- Systemische Erkrankungen: Unkontrollierter Diabetes, eine vorausgegangene Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich und bestimmte Medikamente wie Bisphosphonate können es dem Körper erschweren, die Verbindung zwischen Knochen und Implantat aufrechtzuerhalten.
- Chirurgischer Erfolg (Osseointegration): Die Lebensdauer des Implantats hängt von einer erfolgreichen Osseointegration ab, also davon, dass der Knochen direkt an die Titanoberfläche anheilt. Wenn dies in der frühen Heilungsphase nicht geschieht, kann das Implantat frühzeitig verloren gehen.
Wie kann ich dafür sorgen, dass mein Zahnimplantat länger hält?
Wenn Sie möchten, dass Ihr Zahnimplantat möglichst lange – vielleicht sogar ein Leben lang – hält, brauchen Sie eine Kombination aus guter persönlicher Mundhygiene, regelmäßiger professioneller Betreuung und gesunden Lebensgewohnheiten.
Hier sind die konkreten Maßnahmen, mit denen Sie die Lebensdauer Ihres Implantats verlängern können:
- Täglich putzen und reinigen: Genau wie natürliche Zähne sollten auch implantatgetragene Zähne mindestens zweimal täglich gereinigt werden.
- Spezielle Hilfsmittel verwenden: Ihr Dentalhygieniker kann Interdentalbürsten (Proxi-Bürsten), spezielle Zahnseide oder andere Reinigungsinstrumente für schwer erreichbare Bereiche empfehlen.
- Mehr Zeit einplanen: Die tägliche Pflege von Implantaten kann etwas aufwendiger sein als die Pflege natürlicher Zähne. Sie sollten damit rechnen, mehr Zeit für die Gesunderhaltung Ihrer Implantate aufzuwenden.
- Regelmäßige Kontrollen: Je nach Ihrer individuellen Situation sollten Sie alle 4 bis 12 Monate zu sogenannten Recall-Terminen gehen.
- Professionelle Reinigungen: Implantate sollten vom Zahnarzt oder von der Dentalhygiene professionell gereinigt werden, um Plaque und Zahnstein zu entfernen, die Zahnfleischentzündungen (Periimplantat-Mukositis) oder Knochenabbau (Periimplantitis) verursachen können.
- Jährliche Kontrolle beim Spezialisten: Es wird häufig empfohlen, den Chirurgen, der das Implantat gesetzt hat, mindestens einmal im Jahr zur gründlichen Kontrolle aufzusuchen.
- Zähneknirschen (Bruxismus) behandeln: Wenn Sie häufig knirschen oder pressen, kann dies das Implantat überlasten. Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt über eine nächtliche Aufbissschiene zum Schutz Ihrer neuen Zähne.
- Keine harten Lebensmittel essen: Beißen Sie nicht auf sehr harte Dinge wie Eis, harte Bonbons oder Nüsse, da dadurch die Porzellankrone absplittern kann.
- Rauchen aufgeben: Rauchen ist ein erheblicher Risikofaktor für Implantatversagen; die Ausfallrate ist etwa 20 % höher als bei Nichtrauchern. Es erhöht das Risiko für Entzündungen und Knochenabbau rund um das Implantat.
- Alkoholkonsum begrenzen: Übermäßiger Alkoholkonsum kann die frühe Heilung und die langfristige Knochengesundheit beeinträchtigen.
- Auf die allgemeine Gesundheit achten: Erkrankungen wie Diabetes sollten gut kontrolliert werden, da schlecht eingestellte systemische Erkrankungen den Knochen rund um das Implantat schwächen können.
Wie wird ein fehlgeschlagenes Implantat behandelt?
Wenn ein Zahnimplantat nicht funktioniert (keine Verbindung mit dem Knochen eingeht oder später verloren geht), hängt die Behandlung davon ab, was das Versagen verursacht hat und wie gesund der Mund des Patienten insgesamt ist. Die Behandlung eines fehlgeschlagenen Implantats kann folgende Schritte umfassen:
Entfernung des Implantats (Explantation)
Wenn ein Implantat nicht richtig mit dem Knochen verwächst oder sich mit der Zeit lockert, muss es in der Regel entfernt werden.
- Ablauf: Vor dem Eingriff erhält der Patient eine lokale Betäubung.
- Methode: Der Zahnarzt verwendet ein spezielles Instrument oder einen Bohrer, der exakt auf das Implantat passt, um es aus dem Knochen zu entfernen.
Erneutes Einsetzen
In vielen Fällen kann ein neues Implantat eingesetzt werden, um ein fehlgeschlagenes zu ersetzen.
- Heilungsphase: Nachdem das Implantat entfernt wurde, braucht der Bereich normalerweise etwa drei Monate zur Heilung.
- Neueinsetzen: Sobald der Bereich verheilt ist (oder in manchen Fällen gleichzeitig mit der Entfernung), kann ein neues Implantat eingesetzt werden.
Behandlung von Infektionen und Erkrankungen rund um Implantate
Wenn das Implantat durch Probleme wie Zahnfleischentzündung (Periimplantat-Mukositis) oder Knochenabbau (Periimplantitis) verloren gegangen ist, muss dieser Zustand behandelt werden.
- Chirurgie: Wenn im entzündeten Bereich Knochenverlust vorliegt, kann ein chirurgischer Eingriff (z. B. Knochenaufbau) nötig sein, um die Situation zu stabilisieren.
- Hygienekontrolle: Schlechte Mundhygiene ist eine häufige Ursache von Infektionen; daher helfen professionelle Reinigung und Mundhygieneinstruktionen im Behandlungsprozess.
Andere Möglichkeiten und Erneuerung der Prothetik
Nicht jedes fehlgeschlagene Implantat muss ersetzt werden:
- Nicht immer notwendig: Die Behandlung kann auch ohne Ersatz des verlorenen Implantats fortgeführt werden, wenn noch genügend andere Implantate vorhanden sind.
- Erneuerung der Versorgung: Wenn nur die Suprakonstruktion (Krone oder Brücke) beschädigt ist, kann es ausreichen, nur diesen Teil der Versorgung zu erneuern und das Implantat selbst zu erhalten.
- Konventionelle Alternativen: Wenn das Implantat vollständig versagt hat und kein neues eingesetzt wird, wird der Zahnarzt andere Möglichkeiten wie Brücken, Teilprothesen oder Vollprothesen in Betracht ziehen.
Häufig gestellte Fragen
Was passiert nach 20 Jahren mit Zahnimplantaten?
Nach 20 Jahren ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihr Implantat noch im Mund ist und gut funktioniert. Die größte Veränderung betrifft oft die Krone, also den sichtbaren Zahn darauf. Wenn Sie regelmäßige Kontrolltermine nicht auslassen, können Implantate jedoch ein Leben lang halten.
Der wichtigste Nutzen von Implantaten ist der Erhalt des Kieferknochens. Röntgenuntersuchungen über 20 Jahre haben gezeigt, dass rund um das Implantat nur sehr geringer Knochenverlust auftritt. Der sichtbare Zahn (die Krone) auf dem Implantat kann sich im Laufe von 20 Jahren abnutzen oder beschädigt werden, auch wenn das Implantat selbst in gutem Zustand bleibt. Deshalb muss der Zahnersatz auf dem Implantat mit der Zeit möglicherweise erneuert werden.
Bei Patienten, die regelmäßig eine unterstützende Implantattherapie (SIT) erhalten haben, zeigten 60 % der Implantate nach 25 Jahren keine Anzeichen einer Periimplantitis.
Kann ein Zahnimplantat ein Leben lang halten?
Ein Zahnimplantat kann ein Leben lang halten, aber das bedeutet nicht, dass dies in jedem Fall garantiert ist. Man kann es mit einem hochwertigen, langlebigen Auto vergleichen. Wenn Sie es gut pflegen und günstige Voraussetzungen haben, kann es jahrzehntelang halten – trotzdem braucht es regelmäßige Wartung, und manche Teile müssen irgendwann ersetzt werden.
Wie oft kann ein Zahnimplantat ersetzt werden?
Ja, ein Zahnimplantat kann ersetzt werden, aber jeder weitere Versuch ist komplexer und hat tendenziell eine geringere Erfolgswahrscheinlichkeit. Es ist nicht wie der Austausch eines Autoteils, das lange im „Neuzustand“ bleiben kann. Das Gewebe des Körpers „erinnert“ sich, und jeder Eingriff hinterlässt Narbengewebe und verändert die Biologie des Bereichs.
Woran erkenne ich, dass mein Implantat versagt?
Um zu erkennen, ob ein Zahnimplantat versagt, müssen bestimmte klinische Anzeichen beachtet werden. Wichtig ist auch, dass ein versagendes Implantat nicht immer Schmerzen verursacht.
Die häufigsten Anzeichen und Symptome eines fehlgeschlagenen Zahnimplantats sind:
- Lockerung oder Bewegung: Wenn das Implantat locker wird oder sich bewegt, ist das ein deutliches Zeichen für ein Versagen. Das bedeutet, dass es nicht vollständig mit dem Knochen verwachsen ist oder seine Verankerung verloren hat.
- Zahnfleischentzündung (Periimplantat-Mukositis): Achten Sie auf Rötung, Schwellung oder Entzündung des Weichgewebes direkt um das Implantat herum.
- Infektion und Blutung: Wenn Sie Blutungen, Beschwerden oder die Ansammlung von Plaque oder Zahnstein um die Stelle bemerken, kann dies ein Hinweis auf eine Infektion oder einen ungesunden Zustand sein.
- Periimplantitis: Dabei geht die Entzündung mit Knochenverlust einher, der das Implantat stützt. Sie müssen das nicht unbedingt spüren, aber ein Zahnarzt kann es bei regelmäßigen Kontrollen feststellen.
- Veränderungen im Aussehen: Manchmal kann der Implantatkörper durch den Zahnfleischrand sichtbar oder tastbar werden.
- Anhaltende Schmerzen oder Schwellung: Direkt nach der Operation sind gewisse Beschwerden normal, aber ungewöhnliche oder länger anhaltende Schmerzen oder Schwellungen sollten Sie Ihrem Zahnarzt sofort mitteilen.
- Probleme mit der Versorgung: Auch die zugehörige prothetische Versorgung kann versagen, etwa wenn die Porzellankrone absplittert, sich die Brücke lockert oder die Halteelemente einer Overdenture abnutzen.
Sind Zahnimplantate für Sie geeignet?
Wer ist ein guter Kandidat?
Die meisten gesunden Erwachsenen, die einen oder mehrere Zähne durch Unfall, Karies oder Erkrankungen verloren haben, kommen grundsätzlich für Zahnimplantate infrage.
- Alter: Das Alter ist in der Regel kein Problem; Implantate wurden auch erfolgreich bei Menschen in ihren 90ern eingesetzt. Für Jugendliche oder jüngere Personen, deren Gesichtsknochen noch nicht vollständig ausgewachsen sind, sind sie jedoch nicht geeignet.
- Knochendichte: Das Implantat braucht ausreichend Knochenvolumen, um stabil verankert zu werden. Wenn Knochen verloren gegangen ist, können zusätzliche Behandlungen wie ein Knochenaufbau notwendig sein, bevor das Implantat gesetzt werden kann.
- Mundgesundheit: Im Mund dürfen keine aktiven Infektionen vorliegen. Bevor eine Implantatbehandlung begonnen werden kann, müssen Zahnfleischerkrankungen (Parodontitis) behandelt und unter Kontrolle gebracht werden.
Die Vorteile von Zahnimplantaten
- Knochenerhalt: Implantate halten den Kieferknochen gesund, indem sie ihn durch Kaukräfte stimulieren. So bleibt die natürliche Gesichtsstruktur erhalten und Knochenabbau wird verhindert.
- Schutz benachbarter Zähne: Im Gegensatz zu herkömmlichen Brücken müssen bei Implantaten gesunde Nachbarzähne nicht beschliffen oder bearbeitet werden.
- Langlebig und stabil:Der Titanpfosten eines Implantats kann bei guter Pflege ein Leben lang halten. Dokumentierte Erfolgsraten liegen bei über 95–98 %.
- Funktion und Selbstvertrauen: Sie sehen aus, fühlen sich an und funktionieren wie natürliche Zähne, sodass Sie ohne Sorge essen und lächeln können, ohne dass eine Prothese verrutscht oder klickt.
Hinweis
- Vorher-Nachher-Bilder wurden in derselben klinischen Umgebung und unter denselben technischen Bedingungen aufgenommen.
- Eine schriftliche und ausdrückliche Einwilligung des Patienten wurde eingeholt.
- Dieser Inhalt wird ausschließlich zu Informationszwecken bereitgestellt.
- Ergebnisse können von Person zu Person unterschiedlich ausfallen.
